Die Architektin Christiane Mollwitz hatte gemeinsam mit ihrem Team unter dem Motto „Räume schaffen für Kunst“ nach Wohldorf-Ohlstedt geladen. Rund 50 architektur- und kunst-affine Gäste erlebten einen inspirierenden Abend mit Kunst, Kulinarik und Gesprächen.

Wie schaffe ich Räume für Kunst im Wohnhaus? Wie entfalten Gemälde und Skulpturen ihre Wirkung?

Auf diese Fragen wollte die Gastgeberin an dem Abend Antworten geben und erklärte in diesem Rahmen, dass „wir Architekten Räume für Menschen schaffen, zum Leben und Wohlfühlen. Sie bilden aber quasi nur einen Rahmen. Erst der Mensch macht daraus seinen persönlichen Lebensraum durch seine Persönlichkeit, Gewohnheiten und Lebensart“, so Christiane Mollwitz.

Kunst kommt ins Spiel

Architekten könnten das Licht planen, Proportionen bestimmen und Materialien auswählen. Aber nicht planen, wie ein Mensch in diesem Raum leben wird, das müsse jeder selbst entscheiden. „Und hier kommt die Kunst ins Spiel. Sie ist weit mehr als etwas, das einen Raum schöner macht – sie kann und sollte die Persönlichkeit berühren. Ein Kunstwerk kann erzählen, wer wir sind und wer wir sein möchten. Es kann uns erinnern, provozieren, beruhigen oder einfach begleiten, ohne dabei aber Dekoration zu sein.

Dekoration ist keine Kunst – die muss berühren

Dekoration vervollständigt einen Raum, ein Farb- oder Materialkonzept. Sie spiegelt nicht die Persönlichkeit wider, sie unterliegt eher einer Mode, einem Trend – Dekoration kann perfekt passen und uns erfreuen, aber sie wird uns nicht berühren! Kunst hingegen sollte es tun und dem Raum etwas hinzufügen, das vorher nicht da war: Einen Gedanken. Eine Irritation. Eine Geschichte. Eine Emotion. Ein Kunstwerk sollte eine Spannung erzeugen zwischen dem, was wir sehen, und dem, was wir empfinden“, so die Architektin. „Architektur schafft den Rahmen für Kunst. Aber die Kunst verändert diesen Rahmen auch.“

Vereint: Kalligrafie von Jeannine Platz und die Skulpturen von Nando Kallweit können eine Symbiose eingehen.

Vier Künstler, ein Happening

Diese These ließ sich prima an Werken der Hamburger Malerin und Kalligrafin Jeannine Platz und des mecklenburgischen Bildhauers Nando Kallweit überprüfen, die auf Initiative von Christiane Mollwitz überall in Haus und Garten platziert waren. Kallweit ist vor allem für seine archaisch anmutenden schlanken Bronze-Figuren bekannt. Die Anleihen dafür findet er unter anderem im alten Ägypten. Musikalisch begleitet wurde der Abend von Andrea Selby und Fontaine Burnett. Ein Highlight war eine Performance der beiden mit Jeannine Platz. Zu einem Song ließ sie sich von den Texten jam-session-artig inspirieren und schrieb einzelne Worte in Schönschrift auf eine Leinwand. Selby wiederholte dann diese Worte im Song. Anschließend durften dann die Gäste Worte vorschlagen, die gesungen und als Kalligrafie dazu kamen. Das kam super an und sorgte für eine positive, mitreißende Energie bei allen Anwesenden. Kunst kann und sollte eben auch für gute Laune sorgen.


Andrea Selby und Fontaine Burnett (Musik), Frank und Christiane Mollwitz (Gastgeber), Nando Kallweit (Bildhauer) und Jeannine Platz (Malerin und Kalligrafin, v.l.)

Anschließend tauschten sich die Gäste, das Gastgeberteam und die Künstler*innen bei kühlen Getränken und kulinarischen Häppchen aus. Anregungen für inspirierende Gespräche über Architektur und Kunst gab es reichlich. Ich habe auf jeden Fall viel Positives und Inspirierendes mit nach Hause genommen. Vielen Dank an die Gastgeberin.

Aufmacherfoto: „Rosalie nel cerchio“ von Nando Kallweit, Bronze im klassischen Wachsausschmelzverfahren, 2026. Fotos: © Kai Wehl

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