Die Hamburger Künstlerin Andrea Hennig liebt die Vielseitigkeit, arbeitet zwischen Skizzenbuch im Café und großer Leinwand zuhause. Ergebnis: Bilder, die Phasen ihres Lebens erzählen: mal leise in Schwarz-Weiß, mal elektrisierend bunt. Eine Auswahl ihrer Werke ist im September in Poppenbüttel zu sehen.
Andrea Hennig startet mit einem für mich beneidenswerten Rhythmus in den Tag: Kunst. „Wenn die Kinder mit Frühstück versorgt sind, male ich. Jeden Tag, vor dem Job und auch im Urlaub. Mein Skizzenbuch ist aber wirklich nur ein schönes Ritual und keine Pflicht.“ Dieser Anfang hat etwas Meditatives. Genau wie der Ursprung ihrer Mal- und Zeichenleidenschaft: „Richtig los ging es, als ich für über zehn Jahren Zentangle für mich entdeckt habe. Eine Zeichentechnik, bei der kleine, quadratische Papierkacheln freihändig mit strukturierten Mustern gefüllt werden. Dabei soll man den Stift nicht absetzen und die Zeichnung auch nicht korrigieren. Das war für mich Meditation, ein Ausgleich, der mir durch schwere Zeiten geholfen hat.“
Kleine Kronen, große Themen
Als sie sich „mal nicht so gesehen“ fühlte, bekamen ihre eleganten Frauen kleine goldene Kronen. Ob das ein Selbstbild als Prinzessin sei? Kurze Pause. „Nein, das bin ich nicht. Na, ein bisschen vielleicht“, sagt sie lachend.

Als sich die Poppenbüttlerin mal nicht so gesehen gefühlt hat, erhielten ihre eleganten Frauen kleine goldene Kronen.

Selbstporträt-Coffegirls für‘s Coffe Journal drücken immer Andreas Gefühle aus – hier zum Glück positive.

Das Sketchbook wird nicht nur im Alltag, sondern natürlich auch im Urlaub gefüllt.
Zeichnen in Gesellschaft
Ihre kleinen bunten Figuren landen aktuell in Journals, werden ausgeschnitten und posieren als Models für ihre Insta-Kanäle. Viele dieser Mini-Selbstporträts – die nicht immer nur lächeln müssen, sondern auch mal weinen dürfen – entstehen nicht allein: Hennig trifft sich regelmäßig mit Freundinnen in Cafés, um zu quatschen, beobachten und gemeinsam Dinge festhalten, die sie bewegen.
„Die habe ich früher übrigens immer extrem farbenfroh ausgedrückt. Aktuell ist vieles ein bisschen reduzierter – meine neuen Werke sind in der Regel in schwarz-weiß gehalten. Man wird mit den Jahren schließlich ruhiger und selbstreflektierter.“ Die Ruhe nimmt den Bildern nichts von ihrer Energie, sie verschiebt sie bloß.
Schwarz-Weiß und bunt
Bei Ausstellungen zeigt Hennig aber stets die gesamte Bandbreite ihres Schaffens: bunte, abstrakte Gemälde in Acryl und experimenteller Mischtechnik neben Zeichnungen und Skizzen. „Wichtig ist mir dabei, ein Gefühl zu erschaffen, eine positive, elektrisierende Kraft, die die Betrachtenden mitreißt“, sagt Andrea Hennig.

AUSSTELLUNG:
Vom 1.- 30. September zeigt Andrea Hennig eine Auswahl ihrer Werke in der HASPA-Filiale im Poppenbütteler Weg 195.
Mehr zur Künstlerin gibt es HIER und auf Instagram
Alle Fotos: © Andrea Hennig