Manchmal reicht ein einziges Bild, um still zu werden. Eine Welle im richtigen Licht. Nebel über einem Gletscher. Brandung, die gegen schwarzes Lavagestein schlägt. Der Hamburger Fotograf Tom Krausz beschäftigt sich seit mehr als vier Jahrzehnten genau mit diesen Momenten.

Sein neues Buch „AQUA“ ist dabei weit mehr als ein klassischer Bildband. Es ist eine sehr persönliche Hommage an Wasser. An ein Element, das überall ist und trotzdem oft übersehen wird.

Vier Jahrzehnte Wasser, Wellen und Weite

Für „AQUA“ hat Krausz sein Archiv durchforstet. Entstanden ist eine fotografische Reise durch Ozeane, Flüsse, Eislandschaften, Nebel, Gletscher und Tropfen. Alles in kraftvollen Schwarz-Weiß-Aufnahmen.

„Wasser ist Ursprung und Spiegel zugleich“, sagt Krausz. Und genau dieses Gefühl zieht sich durch das gesamte Buch.

Die Bilder zeigen nicht nur Natur. Sie zeigen Bewegung, Veränderung und die enorme Kraft eines Elements, das unsere Welt permanent formt. Mal ruhig und beinahe meditativ, mal gewaltig und einschüchternd.

Island als letzter Baustein

Besonders geprägt haben Krausz zwei Orte: die Galápagos-Inseln und Island.

Das älteste Bild des Buches stammt aus dem Jahr 1982. Die neuesten Aufnahmen entstanden erst kürzlich auf Island. Für Krausz ist die Insel der vielleicht intensivste Ort, um Wasser in all seinen Formen zu erleben.

„Dort tritt Wasser überall gleichzeitig auf: als Eis, Fluss, Gletscher, Geysir oder Atlantik“, erzählt er.

Und manchmal geht es dabei weniger um das perfekte Foto als um das Gefühl davor. Das Donnern eines Wasserfalls. Die rohe Kraft der Brandung. Das Bewusstsein, wie klein man selbst plötzlich wird.

Begegnungen, die bleiben

Fast genauso wichtig wie die Landschaften sind für Krausz die Begegnungen mit Tieren am Wasser.

Auf Island tauchten plötzlich Seehunde zwischen Eisbergen auf, während er auf das richtige Licht wartete. Auf den Galápagos-Inseln bewegte er sich zwischen Meerechsen, Landleguanen und Riesenschildkröten.

„Ich habe mich ein bisschen wie Darwin gefühlt“, sagt er rückblickend.

Gerade diese Momente machen „AQUA“ besonders. Das Buch zeigt Wasser nicht nur als Naturphänomen, sondern als Lebensraum, als Kraftquelle und als etwas, das Menschen emotional verbindet.

Eine Erinnerung daran, was uns trägt

„Ohne Wasser geht gar nichts“, sagt Krausz leise.

Das Buch ist deshalb nicht nur ein fotografischer Rückblick, sondern auch eine Erinnerung daran, wie elementar Wasser für unser Leben ist. Für die Natur. Für Tiere. Und für uns selbst.

Oder wie Krausz es beschreibt:
„Vielleicht ist Wasser das Gedächtnis der Erde. Fließend, formend, lebendig.“

Und genau so fühlt sich auch dieses Buch an.

BUCHTIPP:

Tom Krausz, AQUA (Mit Texten von Elke Heidenreich, Uli Kunz und Arved Fuchs), Koehler Verlag, Hardcover, 240 Seiten, 39 Euro

Alle Fotos: © Tom Krausz

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