Vom 12. bis 15. November öffnen 21 Hamburger Unternehmen im Rahmen der 13. „add art – Hamburgs Wirtschaft öffnet Türen für Kunst“ ihre Räume für die Öffentlichkeit und zeigen Kunst an Orten, die in der Regel nicht zugänglich sind.

„Kunst wirkt – und sie wirkt doch ganz anders, je nachdem, wo sie in Erscheinung tritt. Dort, wo täglich gearbeitet wird, schafft sie eine andere Atmosphäre, andere Gespräche, vielleicht sogar einen anderen Umgang miteinander“, erklärt Hubertus von Barby, der die add art 2013 ins Leben gerufen hat. Das Schöne an seinem Konzept ist das breite Spektrum der gezeigten Kunst. So präsentieren in diesem Jahr zehn Unternehmen eigene Sammlungen oder etabliertere Künstler*innen, während elf Unternehmen Nachwuchskunst von Studierenden und Alumni der HAW Hamburg zeigen. Zu sehen gibt es Street-Art, Pop-Art, Malerei, Fotografie oder auch Kunst auf Keramikplatten.

Sammlungen und selbst kuratierte Ausstellungen

Unter den Sammlungen ist wieder mit dabei die Buss Gruppe, mit Werken u.a. von Wolfgang Tillmans, Benne Ochs, Jacob Dahlgreen und Thorsten Brinkmann, der den Empfangsbereich in eine außergewöhnliche künstlerische Installation verwandelt hat. Das Grand Elysée Hamburg gewährt wieder Zugang zu seiner Sammlung mit Schwerpunkt auf zeitgenössischer gegenständlicher Malerei aus Norddeutschland. Die Kommunikationsagentur Gute Leude Fabrik zeigt die Sammlung des Geschäftsführers Lars Meier, in der internationale und lokale KünstlerInnen vor allem aus dem Bereich der Street-Art vertreten sind. Ebenfalls wieder dabei ist das Hotel Villa Viva aus dem Viva-con-Agua-Kosmos, wo Kunst zu den Themen Wurzeln, Adern und Flüsse zahlreiche Zimmer und weitere Flächen ziert. Die Kanzlei Schalast Law I Tax präsentiert zeitgenössische konzeptuelle Fotografie, mit Werken von Sandra Mann, Peer Boehm und Astrid Korntheuer. KSP Rechtsanwälte präsentiert in diesem Jahr die Malerin Anja Greco, die in Seevetal lebt und arbeitet. 

„Darts“ von Jacob Dahlgren, zu sehen bei der Buss Gruppe

Neu dabei ist die Consulting-Firma Kienbaum mit eigener Sammlung, darunter Arbeiten von Bernard Frize, Julia Gruner, Jorinde Voigt, Beat Zoderer und Gereon Krebber. Auch bei Fieldfisher ist Kunst integraler Bestandteil der Arbeitsumgebung – in der neuen Dependance an den Elbbrücken sind Positionen bekannter Fotogrößen wie Lukas Hoffmann, Saul Leiter, Daido Moriyama, Friederike von Rauch, Roger Eberhard und Daisuke Yokota zu sehen. Die ebenfalls erstmals teilnehmende Kanzlei Pragal Rechtsanwälte zeigt Werke des renommierten Fotografen Stefan Gröpper. Bei Ecovis sind Arbeiten von Paul Raddatz zu entdecken, dessen besonderes Markenzeichen seine „Ein-Linien-Technik“ ist: Jedes Motiv entsteht aus einer einzigen, ununterbrochenen Linie. 

Nachwuchskunst von Studierenden und Alumni der HAW

Insgesamt 23 Studierende und Alumni der HAW Hamburg geben einen Einblick in ihr künstlerisches Schaffen. Der Schwerpunkt liegt vor allem auf Malerei, doch auch Fotokunst und Keramikarbeiten sind zu sehen. Die Kunstwerke von NachwuchskünstlerInnen stehen zum Verkauf, der Erlös geht vollständig an diese.

Insgesamt 11 Unternehmen zeigen Nachwuchskunst: Neu dabei sind BBL Rechtsanwälte, das Finanzunternehmen Luxcara sowie die Versicherung Signal Iduna in der City-Nord. Erneut öffnen die Unternehmen Giraffentoast Design, Minoggio Grezesch Bachmann, NHB plus, Pembroke, Reimer Rechtsanwälte, Ruge Fehsenfeld, Watson Farley & Williams sowie you Hamburg ihre Türen für Nachwuchskunst.

Nachwuchskünstlerin Elena Thüring bei add art 2025. In diesem Jahr zeigt sie einige ihrer Werke bei der Werbeagentur you Hamburg.

Ziel ist, dass stets beide Seiten profitieren:

„Wir regen aktiv den Austausch zwischen Hamburger Unternehmen und Kulturschaffenden an und kreieren einen Rahmen für spannende Kooperationen“, so von Barby. Ihm ist es mit seinem Format gelungen, unternehmerische Beschäftigung mit Kunst und deren Förderung erlebbar zu machen. Besucherinnen und Besuchern erhalten dadurch spannende Kunsteinblicke dort, wo man sonst nicht hinkommt.

Die Welt mutig neu denken

Gut für alle Besuchenden und von großer Bedeutung, findet Kultursenator Dr. Carsten Brosda: „Die Welt mutig neu zu denken und Herausforderungen mit Tatkraft zu begegnen, das sind Ansätze, die Unternehmer*innen und Künstler*innen miteinander verbinden. Wenn Unternehmen also Sammlungen präsentieren, entspinnen sich Netzwerke, die unser Miteinander stützen. Wenn Nachwuchskünstler*innen der HAW ihre Arbeiten in diesen Räumen nicht nur ausstellen, sondern auch verkaufen können, ermöglicht die add art effektive Investitionen in unsere Zukunft.“

add art Award für Nachwuchskunst 2026

Erneut wird in diesem Jahr der add art Award für Nachwuchskunst verliehen. Stifterin des Awards ist die Sparkassen-Stiftung Holstein. Der Award besteht 2026 aus zwei Preisen: Für den Jurypreis (dotiert mit 2.000 Euro) wählt eine Jury unter den bei add art ausstellenden aktuell Studierenden der HAW Hamburg eine Position aus, die sich durch besondere künstlerische Qualität auszeichnet. Für den erstmals vergebenen Kurator:innenpreis bewerten drei Kuratorinnen bei den aktuell Studierenden der HAW Hamburg Hängung, Inszenierung im Raum und den Gesamteindruck vor Ort während der add art Veranstaltung.

Die Auszeichnung mit dem Jurypreis erfolgt am 9. November 2026 im Rahmen einer Auftaktveranstaltung im Kunstraum „The Space //“ in der Kaiser-Wilhelm-Straße 14. The Space // ist ein unabhängiges Ausstellungskonzept und Kulturprojekt im kuratierten Format, initiiert von der Künstlerin Sarice Brudet. In einem Gespräch wird Sarice Brudet das Konzept näher erläutern. Der Gewinner bzw. die Gewinnerin des Kurator:innenpreises wird nach der Veranstaltung bekanntgegeben.

In diesem Jahr kann bei der add art Kunst in 21 Unternehmen erlebt werden. Alle Fotos: © Photoclub Hamburg

Anmeldungen zu Führungen sind bereits möglich, bei vielen Unternehmen besteht zudem die Möglichkeit zu einem Zugang ohne Voranmeldung innerhalb festgelegter Zeiten. Mehr dazu und alle teilnehmenden Unternehmen, Termine und Künstler*innen gibt es HIER.

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